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Blasenentzündung: Ursachen, Risikofaktoren & Vorbeugung

Woran erkenne ich eine Blasenentzündung,
wie kann ich diese behandeln und vorbeugen?
Lesen Sie hier alles zum Thema!

Woran erkenne ich eine akute Blasenentzündung?

Bitte nicht! Ständiger Harndrang, aber keine Erleichterung auf der Toilette, sondern nur ein paar Tropfen und es brennt höllisch. Das sind die typischen, ersten Anzeichen einer akuten Blasenentzündung. Sie tritt oft ganz plötzlich auf und Frauen, die unter wiederkehrender Blasenentzündung leiden, kennen die Symptome meist allzu gut.

Mit der richtigen Behandlung kann eine akute Blasenentzündung (Zystitis) aber schon in wenigen Tagen überstanden sein.

Bitte nicht schon wieder! 

In den meisten Fällen verläuft eine Blasenentzündung unkompliziert und kann ohne den Einsatz eines Antibiotikums gut behandelt werden.

Was kann ich selbst tun?

Viel Flüssigkeit

Auch wenn’s brennt, bei einer akuten Blasenentzündung sollten Sie viel trinken (möglichst 2 Liter am Tag) und den Gang zur Toilette nicht aufschieben. So werden die Keime möglichst schnell ausgespült.

Großmutters Patentrezept: Die Wärmflasche

Eine Wärmflasche kann die akuten Beschwerden lindern, denn sie hilft die Muskulatur der Blase zu entspannen und so die Schmerzen zu mildern. Alternativen sind warme Sitzbäder oder feuchtwarme Umschläge im Blasenbereich.

Schmerz lass nach

Auch krampflösende Medikamente zur Entspannung der Blasenmuskulatur können bei einer Harnwegsinfektion die Schmerzen lindern.

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Ist das etwa eine Blasenentzündung?

Schwerere Verläufe machen sich zum Beispiel durch sehr starke Beschwerden, Fieber oder Blut im Urin bemerkbar. In diesen Fällen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. In der Regel ist dann der Einsatz eines Antibiotikums notwendig.

Wann sollten ich zum Arzt gehen?

  • Wenn keine Besserung eintritt
  • Wenn sich Ihre Symptome verschlimmern 
  • Bei Schmerzen in der Nierengegend
  • Wenn Blut im Urin ist
  • Wenn Sie sich besonders krank fühlen
  • Bei Fieber
  • Wenn Sie schwanger sind oder stillen
  • Wenn Sie Diabetiker sind
  • Wenn Sie ein Mann sind: Bei Männern sind Blasenentzündungen selten. Wenn Sie dennoch auftreten, sollte unbedingt die Ursache geklärt werden. 

 

 

 

 

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Wie stellt mein Arzt eine Blasenentzündung fest?

Ihr Arzt wird zunächst eine Anamnese erstellen und Sie dazu eingehend befragen. Häufig kann er schon im Gespräch feststellen, ob es sich um einen unkomplizierten oder komplizierten Harnwegsinfekt handelt. Fast immer werden Sie gebeten, vor Ort Urin abzugeben. Dazu erhalten Sie einen sauberen Becher und bei Bedarf ausreichend Wasser, um den Gang zur Toilette zu erleichtern.

Bei der Urinprobe sollte es sich nicht um die ersten Tropfen handeln und auch nicht um den letzten Rest. Für eine Untersuchung wird der sogenannte Mittelstrahl-Urin benötigt. Halten Sie also erst nach einigen Sekunden den Becher unter den Strahl. Die frische Urinprobe wird dann mit Hilfe eines Harnteststreifens untersucht. Das Auftreten von weißen Blutkörperchen und einem Salz (Nitrit), das die Bakterien produzieren, sind eindeutige Zeichen für Bakterienwachstum in der Blase. Weitere Anhaltspunkte sind ein Nachweis von Blut und Eiweiß in der Urinprobe.

Oft genügt die Kombination aus Symptomen und Harnstreifentest, um die Diagnose zu stellen und eine Therapie festzulegen. Weiterführende Untersuchungen wie Ultraschall oder die Analyse des Urins im Labor sind meist nur bei Verdacht auf einen komplizierten Harnwegsinfekt notwendig.

Sollte Ihr Arzt Ihnen ein Antibiotikum verschreiben, ist es wichtig, dieses nach Anleitung über den vorgeschriebenen Zeitraum einzunehmen. Setzen Sie das Antibiotikum nicht einfach ab, wenn Sie sich besser fühlen, denn dann besteht die Gefahr eines Rückfalls oder es können sich Resistenzen bilden.

Weitere Infos zur Kontrolle und Vorbeugung zu Harnwegsinfekten?

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Bakterien gelangen vom Darm in die Blase

Warum ist eine Blasenentzündung meist Frauensache?

Im Durchschnitt erkrankt jede zweite Frau mindestens einmal in ihrem Leben an einer Blasenentzündung. Auslöser sind fast immer körpereigene Darmbakterien (z. B. E. coli), die über die Harnröhre aufsteigen und so in die Blase gelangen.

Bei Frauen haben es die Bakterien nicht so weit wie beim Mann, denn ihre Harnröhre ist deutlich kürzer. Außerdem begünstigt die Nähe des Harnröhrenausgangs zum After die Infektion mit Darmbakterien.

Bei 20 – 30 % aller Frauen, die von einer Blasenentzündung betroffen sind, kommt es nach dem ersten Auftreten zu wiederkehrenden Infekten.

Mann und Frau beim gemeinsamen Beisammensein

Können Männer auch Blasenentzündung bekommen?

Männer sind durch aufsteigende Keime in die Blase weniger gefährdet, denn ihre Harnröhre ist wesentlich länger als bei Frauen. Dennoch ist eine Blasenentzündung beim Mann grundsätzlich möglich. Meist ist ein Prostataleiden die Ursache einer Blasenentzündung beim Mann. So kann es bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata zu einer Störung des Harnabflusses kommen. Der verbleibende Harn in der Blase bietet einen idealen Nährboden für Bakterien und eine Blasenentzündung wird begünstigt. In den meisten Fällen ist die Ursache der Blasenentzündung beim Mann aber eine akute oder chronische Prostataentzündung. Deshalb sollten Männer bei Anzeichen für eine Blasenentzündung immer einen Arzt aufsuchen.

Was kann eine Blasenentzündung begünstigen?

Uhr

Es gibt einige Zeiten und Umstände, die es den entzündungsauslösenden Bakterien leicht machen, ihren Weg in die Blase zu finden und/oder sich dort zu vermehren.

Pfeile

Durch den veränderten Hormonhaushalt in der Schwangerschaft weiten sich die Harnwege und Bakterien haben leichteres Spiel, in die Harnwege einzudringen und aufzusteigen.

Frauensymbol

In den Wechseljahren und in der Zeit danach sinkt der Östrogenspiegel und damit steigt der pH-Wert der Scheide. Das stört den natürlichen Schutzwall von Vagina, Blase und Harnröhre.

Herzen

Nach dem Sex eine Blasenentzündung (Zystitis) - das kennen leider viele Frauen. Es gibt sogar einen eigenen Namen dafür: die Honeymoon-Zystitis. Wegbereiter für die Infektion sind dabei meist die mechanische Reizung des Urogenitaltrakts beim Geschlechtsverkehr sowie Bakterien des Mannes, die beim Sex in die Vagina übertragen werden können.

Schild

Eine Störung des Harnabflusses, etwa durch eine Verengung der Harnröhre oder eine vergrößerte Prostata bei Männern, schafft günstige Bedingungen für eine Blasenentzündung. Denn Urin, der nicht regelmäßig und vollständig abfließen kann, ist ein guter Nährboden für Bakterien.

Achtung Schild

Betroffene von Diabetes mellitus sind generell infektanfälliger. Außerdem ist der erhöhte Zucker im Urin ein guter Nährstoff für unerwünschte Bakterien.

Trinken
Spülen Sie Ihre Blase gut durch, indem Sie täglich viel trinken. So verringern Sie das Risiko, dass sich dort Bakterien festsetzen.
Partnerschaft
Nutzen Sie keine beschichteten Kondome sowie keine Diaphragmen oder Vaginalzäpfchen. Diese können die Vaginalflora negativ beeinflussen. Beugen Sie nach dem Sex zusätzlich mit einem Gang auf die Toilette vor. So werden Bakterien wieder ausgeschwemmt, bevor sie in die Harnröhre eindringen und Entzündungen verursachen können.
Warm und Trocken
Halten Sie sich warm, vor allem Füße, Bauch und Rücken. Ein guter Schutz vor Kälte ist auch ein guter Schutz vor Blasenentzündung.
Körperhygiene
Verwenden Sie bei der Intimhygiene pH-neutrale Seifen zum Schutz der natürlichen Vaginalflora. Die Säuberung nach dem Stuhlgang sollte nie in Richtung Scheide erfolgen. Damit können Sie vermeiden, dass Bakterien aus dem Magen-Darm-Trakt in die Harnröhre gelangen.
Essen
Eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen und Nährstoffen ist nicht nur lecker, sondern stärkt das Immunsystem. Und ein intaktes Immunsystem macht auch die Blase widerstandsfähig. Keime und Bakterien bleiben draußen.
Bewegung
Selbst bei akuter Blasenentzündung müssen Sie sich nicht unbedingt einschränken. Es gibt hilfreiche Medizinprodukte, die Beschwerden spürbar lindern und sogar vorbeugend eingesetzt werden können. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.